Vor 83 Jahren, also im Jahre 1920, hat nach mehreren Besprechungen des damaligen Bürgermeisters Anton Schlögl mit Haller Musikfreunden der Gemeinderat die Satzungen für eine Musikschule genehmigt und deren Gründung beschlossen. Ein eigener „Musikschulausschuss“ wurde ins Leben gerufen.

 

Erster Leiter war Andrä Kraus (auch Kapellmeister der Speckbacher Stadtmusik), ihm folgten Alois Kühlwein (1924 bis 1933), Josef Koch (1933 bis 1935), Hans Ebenbichler (1936 bis 1943); im Jahr 1944 wurde die Musikschule von Alois Fintl geleitet, zwischen 1945 und 1948 wieder von Hans Ebenbichler.

 

Ab 1948 bis 1987, also durch fast 40 Jahre, hat Fritz Bleyer die Geschichte der Musikschule gelenkt. Er war vielseitig musikalisch tätig, u.a. als Chorleiter des Pfarrchores St. Nikolaus, als Chorleiter verschiedener anderer Chöre; 40 Jahre lang war er Dirigent des Orchestervereins. Fritz Bleyer hat über die Leitung der Musikschule hinaus auch sonst das musikalische Leben in Hall stark mitgeprägt.

 

1961 wurde der „Verein Musikschule Solbad Hall“ gegründet, 1992 die Neuorganisation als Städtische Musikschule beschlossen. Seit 1967 leitete Ferry Strassl die Abteilung für Volks- und Unterhaltungsmusik. Um das gemeinsame Spiel in diesem Sektor der Musik zu pflegen, hat er 1972 das „Jugendorchester Ferry Strassl und Solistengruppe“ gegründet, dessen musikalischer Leiter er über 25 Jahre war.

 

1987 hat Hannes Buchegger die Musikschulleitung übernommen. In den Folgejahren ist eine rasante Entwicklung qualitativ und quantitativ festzustellen. Den quantitativen Sprung zeigt die Veränderung der Schülerzahlen. Jahrzehntelang pendelte die Zahl der Schüler zwischen 150 und 200, seit dem Schuljahr 1999/2000, das ist das Jahr, in dem die Musikschule ihr 80-Jahr-Jubiläum feierte, werden über 1000 Schüler von rund 50 Lehrkräften in 30 Fächern unterrichtet. Diese Fülle kann natürlich nicht am Hauptstandort der Musikschule am Unteren Stadtplatz allein versorgt werden, daher wurden Außenstellen eingerichtet: Neben dem seit langem bestehenden Standort für Volks- und Unterhaltungsmusik in der Thurnfeldgasse gibt es Außenstellen in Mils, Absam und Thaur, weil die Musikschule – wie früher schon – auch Schülern aus anderen Gemeinden den Musikschulbesuch ermöglicht.

 

Diese erfreuliche Entwicklung der Musikschule wurde sicherlich durch die Lösung der Standort- und Raumfrage mitbewirkt: die Stadtgemeinde hat seit 1992 durch Adaptierung und Ausbau des Dachbodens und spätere Ausbaustufen nach Freiwerden von Wohnungen am derzeitigen Standort günstige räumliche Bedingungen geschaffen. Geänderte personelle, finanzielle und organisatorische Rahmenbedingungen trugen ebenfalls zur Aufwärtsentwicklung bei. So wurde das Sekretariat mit einer 2/3 Anstellung fix eingerichtet, für die Wartung und Reinigung der Räume ist ein Team von drei Personen zuständig.

 

Die große Akzeptanz der Musikschule ist aus den hohen Schülerzahlen abzulesen, besonders aber auch auf den erfreulichen qualitativen Standard zurückzuführen. Bei allen Landes- und Bundesveranstaltungen im Rahmen gesamtösterreichischer Jugendmusikwettbewerbe gibt es Spitzenresultate für zahlreiche Schüler der Haller Musikschule. Dies gilt natürlich ganz besonders für „Prima la musica“. Auch die Gruppierungen, die gemeinsames Musizieren pflegen, zeigen deutlich das hohe Niveau, wie z.B. das Orchester HALLegro unter der Leitung von Otmar Huber. Die Haller Stadtpfeifer und die inzwischen in ganz Europa bekannte und erfolgreiche Brassband Fröschl Hall sind wohl auch in Zusammenhang mit der Musikschule zu nennen, weil sie aus der Musikschule gewachsen sind und von Direktor Hannes Buchegger gegründet und  musikalisch geleitet werden.

 

Seit dem Jahr 2007 (Bescheid vom 8. März 2007) hat die Städtische Musikschule Hall den Status einer Schule im Sinne des Privatschulgesetzes und mit dem Schuljahr 2008/09 erhielt sie vom Bund das Öffentlichkeitsrecht verliehen.

 

Derzeit werden an der Städtischen Musikschule Hall 1057 Schüler von insgesamt 38 Lehrkräften unterrichtet.